
Die neueste Generation setzt auf eine völlig andere Technik als herkömmliche Laufwerke. Während in den altbekannten Festplatten, den HDDs mehrere Scheiben rotieren und von einem Lesekopf abgetastete werden, beinhalten die neuen Platten keine beweglichen Teile mehr. Durch direkten Zugriff auf den Speicher (wie zb. beim USB Stick) wird die Zugriffszeit auf die Daten auf einen Bruchteil der Zeit verkürzt. Wie oft eine SSD Festplatte pro Sekunde auf seine Speicherbausteine zugreifen kann wird in so genannten IOPS angegeben (IOPS – Input/Output operations per second – Eingaben und Ausgaben pro Sekunde). Bei aktuellen Medien mit einem aktuellen Sandforce 2281 Controller sind bis zu 85000 IOPS möglich (Zum Vergleich: eine herkömmliche S-ATA II Platte mit 7200 U/min kommt im Vergleich auf ca 120 IOPS)
Diese neuen Speichermedien setzen nicht mehr auf rotierende Scheiben sondern auf Flash-Speichern vom Speichertyp SSL und MLC (SLC = Single Level Cell und MLC = Multi Level Cell Speicher) Jede der Speichertypen hat Vorteile und auch Nachteile beim Datenhandling. Unser Tester hat die Unterschiede zwischen SLC und MLC Speichern in diesem Artikel herausgearbeitet.
Durch das fehlen beweglicher Teiler sind SSD Platten robuster und weniger anfällig gegen Bewegungen und Stöße. Während ein kräftiger Stoß im laufenden Betrieb eine herkömmliche Festplatte zerstören konnte, sind SSDs gegen eine solche Behandlung unempfindlich. Durch diese Vorteile eignen sie sich natürlich besonders für den Einsatz in mobilee Gerätee, wie zum Beispiel Laptops oder Tablet-PCs. An dieser Stelle kommt auch der so genannte Formfaktor zum tragen, welcher die Baugröße der Platte angibt. Die häufigste Baugröße liegt bei einem Formfaktor von 2,5 Zoll und entspricht ca der Größe einer Zigarettenschachtel. Besonders für Ultrabooks, Netbooks und Laptops mit sehr geringer Bauhöhe, wurden Platten im Formfaktor 1.8 Zoll entwickelt, die es auch in verschiedenen Bauhöhen gibt. Hier gilt es aufzupassen, wenn man seinen PC mit einer SSD aufrüsten möchte.
Weitere Vorteile, die das neue Speichermedium auch für die Verwendung in Heimrechnern und Servern interessant machen, sind die sehr guten Zugriffszeiten, die nicht vorhandene Geräuschentwicklung und ein geringerer Energieverbrauch.
Die neuen Disks lassen sich auch in älteren Geräten einsetzen, da sie die gleichen Anschlüsse verwenden wie herkömmliche Platten. Der Markt bietet sogar Modelle mit dem mittlerweile vom schnelleren Serial-ATA abgelösten IDE-Anschluss. Die Formfaktoren sind ebenfalls gleich geblieben. Verfügbar sind die Festplatten in den üblichen Größen von 1,8 Zoll, 2,5 Zoll und 3,5 Zoll. So lassen sie sich Problemlos auch in ältere Subnotebooks einbauen, die so noch mobiler werden.
Natürlich gibt es auch einige Nachteile. Der größte Negativpunkt ist im Moment zwefeillos der Preis. Er liegt pro Gigabyte sehr viel höher als bei herkömmlichen Platten. Eine Solid State mit einer für Archivierung sinnvollen Speicherkapazität liegt preislich auf dem Niveau eines Kleinwagens. Aus diesem Grund eignen sich die neuen SSDs derzeit hauptsächlich als System- und Programmpartitionen. Aufgrund der besseren Zugriffszeiten kann ein Betriebssystem beziehungsweise ein Programm schneller auf seine Ressourcen zugreifen und somit schneller geladen werden.
Ein weiterer Nachteil ist, zumindest in der Theorie die begrenzte Lebensdauer. Veranschlagt werden bei Speichern mit MLC-Technik etwa 10 000 Schreibvorgänge und bei Speicher mit SLC-Technik etwa 100 000 pro Speicherzelle. Dementsprechend teurer sind SLC-Speicher. In der Praxis haben Tests jedoch gezeigt, das die Speicherzellen sehr viel mehr Schreibvorgänge aushalten. Aufgrund des hohen Preises sind einige Festplattenhersteller mittlerweile dazu übergegangen die derzeitigen Preisvorteiler herkömmlicher HDDs mit dem Leistungsgewinn zu kombinieren. Die daraus entstandenen Hybridplatten bieten einen großen Zwischenspeicher und ausreichend Platz für ein umfangreiches Dateiarchiv. Sie sind ein solider Kompromiss aus den Vorteilen beider Techniken.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die neuen Platten derzeit hauptsächlich als Systempartition, nicht aber als Datenspeicher verwendet werden sollten. Durch eine Aufrüstung lässt sich die Geschwindigkeit eines Computers erheblich steigern. Jedoch ist zu beachten, das eine Windowsinstallation nicht einfach von einer HDD auf eine Solid State Platte kopiert werden kann, da Windows bei der Installation auf einer SSD besondere Einstellungen zwecks erhöhter Kompatibilität vornimmt.